Übersicht silbernes Lager
Der Weg des Silbernen
Ich rufe in diesen Kreis, um sich dem Streit zu stellen:
Den, dessen Wort der Anfang ist.
Den, in dessen Herz die Gnade regiert.
Den, in dessen Schwert der Zorn herrscht.
Ich rufe den Silbernen Avatar
Der Silberne ist der Erschaffer und Anfang jeden Seins. Er steht für Licht und Schöpfung. Sein innerer Widerstreit ist der kalte Stahl. Stahl vertilgt jene Mächte welche außerhalb des Kreislaufs stehen. Wo Silber Gnade kennt, ist für Stahl nur das reinigende Feuer der rechte Weg.
Das Licht des Feuers spiegelt sich auf der makellosen Rüstung des Silbernen Avatars, als sie sich zu dem leblosen Körper hinab beugt. „So jung hätte sie nicht sterben sollen,“ dachte sie, „selbst wenn sie sich gegen mich gestellt hat, in ihrem Zorn und ihrem Ehrgeiz. Geblendet von Fanatismus hat sie dieses frühe Ende dennoch nicht verdient.“ Sie legte ihre Hand sanft auf die Stirn des Stählernen Avatars und sprach mit wachsendem Zorn in ihrer Stimme, dass die Erde erbebt: "Brüder, hört meine Worte und seid gewarnt, ich werde dafür sorgen, dass mein Kind nicht umsonst sterben musste! Was in ihr war, soll nun auch in mir sein, und jeder, der das Recht missachtet soll erzittern, denn von nun an wird mein brennender Zorn ihn ereilen. Die Zeiten, in denen ihr euch meiner Gnade sicher sein konntet, sind vorbei!“
Und so erhebt sich der Silberne Avatar, die Faust in den Himmel gerichtet und verkündet seinen unumstrittenen Anspruch auf die Herrschaft.
Wir sind Silber. Wir sind das Licht. Wir stehen am Anfang von Allem.
An uns ist es, die Ordnung dieser Welt aufrecht zu erhalten. Ehre und Bürde zugleich ist diese Pflicht, Mühsal und Tränen sind all zu oft unser Lohn. Und doch, gleich den Bergen, die in den tiefsten Gebeinen der Welten wurzeln, stehen wir unverrückbar auf den Grundfesten der Ordnung aller Dinge, der sichere Hafen im Sturm der Zeiten, um denen zu leuchten, die ihren Weg in der Finsternis verloren haben.
Ehrenhaftigkeit, Aufrichtigkeit, Tapferkeit und Opferbereitschaft sind die Tugenden, die uns auf unserem Weg geleiten.
Ehrenhaftigkeit, denn ohne sie würde allein die Stärke über Recht und Unrecht entscheiden, würde Macht zu Willkür und Zivilisation zu Barbarei.
Aufrichtigkeit, denn die Lüge ist Unheil und Urmutter allen Übels in dieser Welt. Nur der Aufrechte wird bestehen unter dem strahlenden Auge des Silbernen, nur seinem Wort wird man Gewicht beimessen im Rat.
Tapferkeit, denn Tapfer müssen wir sein, wenn die Mächte von Chaos und Finsternis sich Mal um Mal erheben, die Ordnung der Welt zu zerschlagen und die Schöpfung in blutigen Tränen zu ertränken. Unsere Herzen dürfen nicht verzagen, unser Mut nicht sinken, denn stehen wir nicht auf wider Unheil und Unrecht, so wird es wahrhaftig niemand tun.
Opferbereitschaft aber ist es, die uns erst die wahre Stärke verleiht. Wie einst der große Prinz Hagen Schattenstürmer sein Leben hingab für die Sache des Silbernen, so muss ein jeder von uns bereit sein, sein eigenes Wohl und Wehe zurückstehen zu lassen und freudigen Herzens jedes Opfer zu bringen, das der Weg des Silbernen von ihm fordern mag.
Wer aber folgt uns in diesen Kampf? So viele sind es und doch so wenige. Da marschiert der Ordensritter neben dem Soldknecht, der Betbruder neben dem Gelehrten, die adelige Dame neben der niedrigsten Dienstmagd. Der Krieger gibt sein Blut, der Gelehrte sein Wissen, der Handwerker sein Können, der Priester seinen Glauben, der Magier seine Kraft. Willkommen sind sie alle, und keinem von ihnen gebührt der Vorrang vor dem anderen, denn nur gemeinsam, als Einheit unter dem silbernen Banner, haben sie die Kraft, das schwere Joch der Pflicht zu tragen und die Welt unter den Pflugschar der Ordnung zu bringen.
Wir folgen der Ordnung, und Ordnung herrscht in unserem Lager. Wir wählen uns jene, die uns gewissenhaft anführen. Treu stehen wir in ihrem Dienst. Gemeinsam erfüllen wir die Pflichten, die uns auferlegt sind, ein jeder, wie es ihm dem Können und Vermögen nach gegeben ist. Voran schreitet uns aber der Avatar, die Stimme des Silbernen, das Gestalt gewordene Licht. An seinem Wort richten wir uns auf, wenn die Last der Pflicht uns niederdrückt in dieser finsteren Zeit.
Wir glauben fest daran, dass die dunklen Tage enden werden. Wir glauben fest daran, dass am Ende der Nacht ein neuer Morgen sich strahlend über die Finsternis erheben wird. Wir glauben fest daran, dass dereinst die Ordnung obsiegen und die Mordknechte des Chaos für immer in die Verdammnis stürzen werden.
Dafür kämpfen wir. Dafür leben wir. Dafür sterben wir.
Wir sind Silber! Wir sind das Licht!















